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Wo Liebe wirklich anfängt

Caroline Banz
16. Aug.
3 Min. Lesezeit

Lyrics:

Ich fühle mich nicht gut genug. Ich bin so klein und wertlos –und ich weine.

Doch das stimmt nicht. Das stimmt nicht.

Denn ich bin gut genug. Ich bin so frei.

Ich bin gut genug und glücklich in mir.

Ich bin gut genug. Ich glaube es jetzt. Ich glaube mir.

Ich liebe mich.


Gestern habe ich eine unglaublich gute Erfahrung gemacht. Eigentlich brauchte es dafür „nur“ etwas Mut, Wut – als positiven Antreiber – und den festen Willen, eine Entscheidung zu treffen.


Auch wir Coaches sind Menschen, die ihren eigenen Rucksack mitbringen. Und auch wenn wir oft und intensiv an uns selbst arbeiten, fallen wir an schlechten Tagen manchmal wieder in alte Muster zurück.


So anstrengend und nervig das sein mag, sehe ich es persönlich auch als Chance. Als einen Hinweis, der mir sagt:


Hey, da ist noch etwas, das ein bisschen Arbeit braucht. Etwas, das du anschauen und vielleicht sogar auflösen kannst.


Ein paar meiner alten, limitierenden Glaubenssätze wollten gestern wieder einmal das Steuer übernehmen. Ein Trigger von aussen führte dazu, dass ich mich selbst ins Minus stellte und mich kleiner machte, als ich bin.


Ein altes Thema von mir ist die Angst, nicht genügend zu sein und Menschen in meinem Leben zu verlieren. In solchen Momenten nehme ich Dinge schnell persönlich – und schon stufe ich mich in meinem eigenen Selbstwert herunter.


Wenn ich das Ganze als Bild beschreiben müsste, wäre es wohl so etwas wie zäher, schwarzer, klebriger Schleim, der auf mir sitzt. Sieht nicht nur hässlich aus, fühlt sich auch hässlich an.

Mein Gehirn weiss in solchen Momenten zwar, dass das eigentlich purer Schwachsinn ist. Doch mein Körper hinkt diesem Wissen hinterher. Denn etwas lediglich auf der kognitiven Ebene zu verstehen, entfernt noch lange nicht den Schleim. Dafür braucht es schon etwas mehr Aktivität.


Als ich erkannte, wo ich da gerade steckte, wurde ich zunächst einmal wütend. Wütend auf mich selbst, auf die Situation und auf diesen Kampf in mir.


Solche Glaubenssätze sind echt lästig, weil sie tief sitzen und mich schon viele Jahre begleiten. Doch diesmal wollte ich ihnen nicht einfach das Steuer überlassen.

Also begann ich, ihnen neue Sätze entgegenzusetzen:


„Ich bin genug, so wie ich bin.“


„Ich bin ein toller Mensch und ich habe mich selbst gerne.“


Ich stampfte im Haus herum und sagte mir laut gefühlte 200 Mal, dass ich ein toller Mensch bin.

Wenn mir ein Nachbar zugehört hätte, hätte er vermutlich gedacht, irgendwo laufe eine Schallplatte, die einen Sprung hat.


So hatte ich mich noch nie mit Liebeserklärungen an mich selbst „beworfen“. Irgendwie war es komisch. Doch je öfter ich mir diese Worte laut sagte, desto mehr spürte ich, wie der schwarze, klebrige Schleim langsam von dannen wich und stattdessen Leichtigkeit in meinen Körper einzog.


Und dann geschah etwas Unerwartetes


Etwas später setzte ich mich gemütlich in meinen Sessel. Plötzlich fielen mir meine Beine auf.

Ich betrachtete sie einen Moment lang und spürte, wie ein seltsam warmes Gefühl in mir aufkam. Ich ertappte mich bei dem Gedanken, dass ich meine Beine schön fand.

Das war nicht einfach nur eine Feststellung – sie sind nämlich ganz in Ordnung, meine Beine.

Es fühlte sich vielmehr so an, als würde sich etwas, das lange unverbunden gewesen war, plötzlich wieder mit mir verbinden. Und als könnte Liebe genau dorthin fliessen.


Auf einmal fühlte ich mich wertvoll und ganz. Ich hatte mich selbst wieder in Balance gebracht und war wieder auf Augenhöhe mit mir.

Das war so bewegend, dass sich meine Augen mit Tränen füllten.


Liebe fängt bei uns selbst an.


Wie können wir die Kriege und Unstimmigkeiten in der Welt bekämpfen, wenn wir nicht bei uns selbst anfangen?


Wenn ich mich selbst gerne habe und auf Augenhöhe mit mir bin, fühle ich mich gut. Dann brauche ich nicht zu versuchen, andere zu verändern oder mir von der Aussenwelt das zu holen, was mir in meinem Inneren fehlt.


Manchmal braucht es einen klaren inneren Entscheid: nicht dem Weg der Angst, sondern dem Weg der Liebe zu folgen. Und Wissen allein genügt nicht. Es braucht auch Taten.


Und wie ist das bei Dir? Welchem alten Glaubenssatz möchtest Du heute nicht mehr das Steuer überlassen – und welchen liebevollen Satz möchtest Du dir stattdessen sagen?



 
 
 

2 Kommentare


Gast
17. Aug.

Deine Worte berühren mich sehr. ❤️

Deine Augen, vor allem auch dieser Gedanke: „Ich bin gut genug.“Wie kraftvoll es sein kann, sich selbst genau das zu sagen – nicht nur im Kopf zu wissen, sondern es wirklich zu spüren.

Vielleicht müssen wir uns manchmal tatsächlich nicht „reparieren“. Vielleicht dürfen wir uns einfach immer wieder daran erinnern, dass wir längst wertvoll sind.

Danke, dass du diese so persönliche Erfahrung geteilt hast. Sie macht mir Mut, gerade an den Tagen, an denen die alten Stimmen wieder lauter werden. ❤️

Eine grosse Umarmung von mir an dich. Du bist so wertvoll liebe Caro 🍀🎁

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Caroline
17. Aug.
Antwort an

Herzlichen Dank für Deine lieben Zeilen und Gedanken - diese haben auch mich sehr berührt. ❤️

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