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Ehrlich?

  • Caroline Banz
  • vor 3 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Liebe Freundinnen und Freunde


Ich hielt mich immer für einen ehrlichen Menschen.

Und das war ich auch.

Meistens.


Ausser in den Momenten, in denen Angst stärker war als Ehrlichkeit.

Dann sagte ich Ja, obwohl ich Nein meinte.

Dann passte ich mich an, obwohl etwas in mir etwas anderes wollte.

Und irgendwann merkte ich:


Die Person, zu der ich am häufigsten nicht ehrlich war, war ich selbst.


Schon als Kind war ich loyal. So loyal, dass ich dafür fast einen Pokal verdient hätte.

Ich wollte niemanden enttäuschen, niemanden verletzen, niemanden verlieren.

Also passte ich mich an.

Und wurde mit der Zeit erstaunlich gut darin.


So gut, dass ich manchmal selbst nicht mehr wusste, was ich eigentlich dachte, fühlte oder wollte.


Kennst Du das?


Du fragst zehn Menschen nach ihrer Meinung – und vergisst dabei, Dich selbst zu fragen.

Du sagst Ja, obwohl Dein Bauch längst Nein sagt.

Du bleibst, obwohl etwas in Dir schon die Koffer gepackt hat.

Und das Verrückte ist:

Von aussen sieht das oft wie eine Stärke aus.

Loyalität.

Rücksichtnahme.

Verlässlichkeit.


Bis man merkt, dass hinter all dem manchmal etwas anderes sitzt:

Die Angst, nicht mehr dazuzugehören.

Die Angst, jemanden zu enttäuschen.

Die Angst, nicht geliebt zu werden.

Und genau dort wurde es für mich spannend.


Denn ganz ehrlich:

Wie wirken auf Euch Menschen, die ehrlich sagen, was sie denken, fühlen und möchten?


Auf mich wirken sie meist klar, authentisch und vertrauenswürdig.

Nicht immer bequem.

Aber echt.


Und wie wirken Menschen, die sich ständig anpassen? Die immer mitgehen? Die ihre eigene Wahrheit zurückhalten?


Oft verlieren sie genau das, was sie eigentlich gewinnen wollten: echte Nähe.

Wie paradox.


Aus Angst vor Ablehnung verstecken wir uns.

Und genau dadurch wird echte Nähe schwieriger.

Das Enneagramm hat mir geholfen, diesen Mechanismus zu erkennen.

Und noch etwas:


Unsere grössten Geschenke können zu unseren grössten Fallen werden.

Loyalität kann zu Selbstverrat werden.

Hilfsbereitschaft zu Selbstaufgabe.

Verantwortung zu Überforderung.

Nicht weil diese Qualitäten schlecht sind.

Sondern weil Angst das Steuer übernommen hat.


Die gute Nachricht?

Unter all diesen Mustern liegen unsere eigentlichen Geschenke noch immer bereit.

Sie warten nicht darauf, perfektioniert zu werden.

Sie warten darauf, wieder gelebt zu werden.

Vielleicht besteht Entwicklung deshalb nicht darin, jemand anderes zu werden.

Vielleicht besteht sie darin, ehrlich genug zu werden, um wieder Du selbst zu sein.


Herzlich

Caroline


Enneagramm – Neun Wege zur inneren Erfüllung

9.–11. Oktober 2026 | Kiental

Ein Wochenende für Menschen, die sich selbst tiefer verstehen, ihre natürlichen Talente entfalten und mehr von dem leben möchten, was in ihnen bereits angelegt ist.

Gemeinsam erforschen wir die neun Enneagramm-Typen, ihre Muster, Entwicklungspfade und Geschenke – mit Reflexion, Austausch, Körperarbeit und konkreten Erfahrungen.


Stimmen von Teilnehmenden

"Gold."

"Ein Geschenk."

"Ich verstehe mich und andere viel besser."


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Wir freuen uns auf Euch.

 
 
 

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